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Jeder Raum klingt anders.
Gute Planung beginnt mit Zuhören.

Referenzen

OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER

MASSNAHME
Integration einer Nachhallanlage, Großes Haus

BETREUTES GEWERK
Audio- & Medientechnik

UNSERE LEISTUNGEN
Planung + Ausschreibung, Bauüberwachung / Projektleitung

ZEITRAUM
2021 – 2022

BESONDERHEIT
Integration einer Nachhallanlage in einen denkmalgeschützten Zuschauerraum, 89 Lautsprecher, in mit dem Denkmalschutz abgestimmten Farbton, 32 Mikrophone integriert in Rangbrüstung Lüster Portal Bühnenhaus. Aufbau eines Zentralenraums mit Anbindung an das vorhandene Audionetzwerk. Realisierung innerhalb einer sehr kurzen Bauzeit von 6 Wochen innerhalb der Theaterferien.

ANLAGEN / SYSTEME
Lautsprecher, Verstärker, Mikrophone, Leitungsinfrastruktur, Brandschutz, Zentralentechnik, Netzwerkkomponenten

@ Oldenburgisches Staatstheater

Perfekter Klang im Großen Haus

Projektbericht zur Integration einer Nachhallanlage
im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters

R3 Oldenburg Staatstheater
Das Oldenburgische Staatstheater, als größte Kultureinrichtung in Oldenburg, steht kontinuierlich vor der Aufgabe, seinen Gästen ein außergewöhnliches und unvergessliches Erlebnis zu bieten.
Im Sommer 2022 wurde eine besonders anspruchsvolle Maßnahme umgesetzt: die Integration einer Nachhallanlage im Großen Haus des Theaters. Dieses Projekt erforderte nicht nur technisches Fachwissen, sondern auch ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit der historischen Substanz.
Der Wunsch des Theaters, den Raumklang durch moderne Elektroakustik flexibel an die unterschiedlichen Anforderungen der Produktionen anzupassen, war sowohl Herausforderung als auch Chance.
Ein im Vorfeld erworbenes, bereits gebrauchtes, aber gut erhaltenes Nachhallsystem des Typs Vivace von Müller Müller-BBM Acoustic Solutions GmbH, welches sich zum Beginn des Projektes noch in Kisten und Kartons verpackt im Außenlager des Theater befand, stellte das zentrale Element des Projektes dar.
Unsere Aufgabe war es, dieses System nahtlos in die denkmalgeschützte Architektur des Großen Hauses innerhalb einer Sommerspielzeitpause zu integrieren. Dabei sollten selbstverständlich alle technischen, budgetären und denkmalpflegerischen Anforderungen erfüllt werden.
Nach der Auftragserteilung im Dezember 2021 übernahmen wir die gesamte Fachplanung und Projektleitung für den Auftraggeber.
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Im Detail umfasste die Fachplanung Themen, wie Einrichtung eines Zentralenraumes, Kabel- und Leitungswege, Energieversorgung, Fernwartung und Fernschaltung, Abstimmung mit den zuständigen Gewerken im Staatstheater und den externen Fachexperten, wie Brandschutzsachverständigen, Tragwerksplanern, der Architektur und dem Denkmalschutz.
Zudem führten wir eine umfassende Bestandsaufnahme aller Komponenten der bereits vorhandenen Nachhallanlage, inkl. technischer Zustandserfassung, sowie eine Bestandsaufnahme der möglichen Kabel- und Leitungswege durch.
Die elektroakustische Planung der Mikrofon- und Lautsprecher-positionen sowie die signaltechnische Anbindung an das bestehende Audio- und Netzwerksystem gehörten ebenfalls zum Planungsumfang.
Um den äußerst straffen Terminplan einhalten zu können, begann unmittelbar nach Auftragsvergabe durch das Staatstheater an den Integrator die Werk- und Montageplanung. Hier erwies sich die Protones GmbH & Co. KG als kompetenter und engagierter Projektpartner. Mit Beginn der Spielzeitpause konnten die Arbeiten getreu des Bauterminplans starten.
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Alle Arbeiten wurden fristgerecht fertiggestellt, so, dass die bereits zu Beginn des Jahres fixierten Einmess- und Probentermine mit dem Orchester punktgenau starten konnten.
Das Ziel der termingerechten Fertigstellung blieb während des gesamten Projektverlaufs im Vordergrund, und alle Beteiligten haben ihren Teil dazu beigetragen, damit dieses Ziel und somit die Betriebsaufnahme nach der Sommerpause mit dem neuen Nachhallsystem starten konnten.
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Das Oldenburgische Staats-theater umfasst drei Spiel-stätten und bietet Platz für insgesamt ca. 1.000 Gäste. Im beeindruckenden Ambiente des Großen Hauses ist Platz für Opernaufführungen, für Konzerte und für Schauspielinszenierungen in aufwändigen Bühnenbildern. Schon durch die imposante Gestaltung des Zuschauraums wird das Publikum in eine beeindruckende Welt entführt und können sich vom Geschehen auf der Bühne fesseln lassen.
Besondere Herausforderungen
Die Integration der Nachhallanlage in das denkmalgeschützte Große Haus des Oldenburgischen Staatstheaters stellte besondere Anforderungen an Planung und Ausführung:
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  • Denkmalschutz: Die Installation musste in Übereinstimmung mit den denkmalpflegerischen Vorgaben erfolgen, ohne die historische Substanz des Zuschauerraums zu beeinträchtigen.
  • Technische Integration: Die vorhandene Nachhall-Anlage des Typs Vivace musste elektroakustisch präzise in das Haus und in das bestehende Audionetzwerk eingebunden werden, um die gewünschten akustischen Ergebnisse zu erzielen.
  • Kurze Bauzeit: Das gesamte Projekt musste innerhalb der Sommerpause des Theaters, also in nur sechs Wochen reiner Bauzeit, realisiert werden.
Technische Details
Eine Nachhallanlage ist ein modernes elektroakustisches System, das entwickelt wurde, um die akustischen Eigenschaften eines Raumes flexibel und präzise anpassen zu können. Solche Anlagen kommen häufig in Theatern, Konzertsälen und anderen Veranstaltungsorten zum Einsatz, bei denen die Nachhallzeit für das jeweilige Programm verlängert werden soll. Auch andere Parameter, wie Early Reflections, Decay, usw. können hier individuell verändert werden.
Die Nachhallanlage besteht aus mehreren Komponenten, die wie folgt integriert wurden:
Mikrofonsysteme
Um den Raumklang bestmöglich aufzunehmen, wurden Mikrofone im gesamten Zuschauraum und Bühnenhaus installiert. Die Mikrofone des bestehenden Systems wurden weitestgehend verwendet und im Portalbereich mit zusätzlichen Systemen ergänzt.
Insgesamt wurden 32 Mikrofone eingebaut:
  • 28x audio-technica U853R
  • 2x KM 184
  • 2x KMR 82 i mt
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Lautsprechersysteme
Lautsprecher wurden strategisch im Zuschauraum und Bühnenhaus positioniert, um den von den Mikrofonen erfassten Klang präzise wiederzugeben.
Insgesamt wurden 89 Lautsprecher eingebaut:
  • 48x CodaAudio Cube 5D
  • 11x Fohhn VC-10K1
  • 30x Fohhn VC-261
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Kabel- und Leitungsanlagen
Jeder Lautsprecher wird dediziert angesteuert, was eine flexible und gezielte Klangverteilung ermöglicht und auch in Zukunft eine große Flexibilität bietet.
Zentrale Steuerung

Ein Zentralenraum wurde eingerichtet, in dem die Steuereinheit, die Audiomatrix, sowie die Netzwerkkomponenten und Verstärkersysteme untergebracht wurden. Ebenso wurde das System an die Audio- und Netzwerkinfrastruktur des Hauses angebunden. Dies ermöglichte eine flexible Fernsteuerung der Nachhallanlage über Tablets oder Mobiltelefone. Somit ist eine Anpassung der Raumklangparameter an verschiedene Nutzungsszenarien jederzeit auf „Knopfdruck“ möglich.

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Systemkomponenten:
  • 3x RME OctaMic XTC
  • 1x RME 12Mic
  • 2x DirectOut Andiamo 2.DA
  • 1x Switch Cisco SG300
  • 1x DirectOut M.1K2
  • 2x Gude ExpertPowerControl 8011
  • 1x APC SMT3000I
  • 1x VIVACE-Prozessor
  • 2x Stagetec MADI Karte XMF
Die Qualität der Aufführungen konnte auf ein neues Niveau gehoben werden. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der einfachen Bedienbarkeit der Systeme, um den Technikern des Theaters die tägliche Arbeit zu erleichtern. Selbstverständlich galt das größte Augenmerk dem Thema „natürlicher Klang“, so dass sich auch das Orchester und das gesamte Ensemble vom neuen System bestmöglich unterstützt fühlen.
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Die Integration der Nachhallanlage im Oldenburgischen Staatstheater konnte erfolgreich und zur vollsten Zufriedenheit unserer Auftraggeber umgesetzt werden. Durch die präzise Planung und Umsetzung konnte das akustische Erlebnis im Großen Haus erheblich verbessert werden.
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Die neue Technologie bietet dem Theater zudem die notwendige Flexibilität, um jederzeit den Raumklang individuell an verschiedene Produktionen anzupassen und so den Gästen ein noch beeindruckenderes Erlebnis bieten zu können.
Die enge und wertschätzende Zusammenarbeit aller beteiligten Gewerke war entscheidend für den Erfolg des Projekts.
Die Erfahrungen aus diesem Projekt können als wertvolle Grundlage für zukünftige Vorhaben dienen, bei denen neuwertige, aber bereits gebrauchte Technik im Rahmen des Vergaberechts und unter Berücksichtigung von Gewährleistungsthematik in historische Gebäude integriert werden muss.
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